Chemie-Branche: Mehr Fokus auf PR und Content Marketing

Laut einer Umfrage der Agentur PR-Agentur Michael Tobias Content Marketing setzt die Chemie-Branche zukünftig auf inhaltsgetrieben Kommunikationsmaßnahmen, welche womöglich die klassische Werbung ersetzen werden.

Die Agentur befragte circa 500 Kommunikationsfachkräfte aus deutschen Chemie- und Life-Science-Unternehmen. Die „Chem Comm Survey 2017“ fasst dabei die Einschätzung der Kommunikationsexperten zu dem Einsatz von Content Marketing Maßnahmen zusammen – das Resultat der Umfrage zeigt bereits, dass Content Marketing bei der Erreichung bestimmter Kommunikationsziele, gegenüber klassicher PR und Werbung, die erste Wahl ist.

Bei den Zielen wie Positionierung / Abgrenzung von Wettbewerbern (45 %), der Vermittlung von Produkt-, Dienstleistungs- und Markeninfos (65 %), der Unterstützung des Vertriebs und dem Setzen von Kaufimpulsen (50 %) sowie der Kundenpflege / Kundenbindung (70%) liegt Content Marketing vorn.

Klassische Werbung hat momentan zwar noch weiterhin einen hohen Stellenwert in der Chemie-Branche, diese soll allerdings mit den Jahren an Bedeutung verlieren. Es sind zwar immer noch 55 Prozent der Teilnehmer, die den rein werblichen Ansatz als „sehr wichtig oder wichtig“ bezeichnen, jedoch geben jetzt auch insgesamt 65 Prozent bei PR / Öffentlichkeitsarbeit diese Bewertung ab. 60 Prozent denken, dass Content Marketing in fünf Jahren „sehr wichtig oder wichtig“ sein wird.

Was ist überhaupt Content Marketing?

„Mit dem Begriff des Content-Marketings wird gemeinhin eine Technik bezeichnet, die eine Zielgruppenansprache auf der Basis von informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten vornimmt. Im Gegensatz zu den klassischen Werbemitteln des Marketings stehen hier Inhalte im Fokus, die das Unternehmen als Experte, Berater und Entertainer positionieren soll.“ – Schach, A. (2015). Advertorial, Blogbeitrag, Content-Strategie & Co, Wiesbaden: Springer Gabler

Im Prinzip geht es beim Content Marketing darum, Inhalte zu publizieren, welche für die Zielgruppe einen signifikanten Mehrwert bieten, gegenüber klassischen Werbeformen. Die Inhalte zeichnen sich durch einen informierenden oder unterhaltenden Charakter und überzeugen durch ihre Qualität. Die Verfasser solcher Inhalte haben die Möglichkeit sich selbst oder Ihr Unternehmen/Ihre Marke in einer Experten-/ oder Berater-Rolle zu positionieren und damit ein seriöses Image zu festigen. Zu Content Marketing Inhalten können Unternehmensblogs, Videos und Advertorials/Native Ads oder Corporate Publishing Magazine zählen.

Die Chem Comm Survey 2017 ist nicht die Einzige Umfrage, welche die Relevanz von Content Marketing Maßnahmen in den nachfolgenden Jahren bestätigt.

Yahoo (Yahoo Deutschland). (n.d.). Schätzung der Ausgaben für Content Marketing in Europa im Jahr 2014 und Prognose für 2020 (in Millionen Euro). In Statista – Das Statistik-Portal. Zugriff am 5. März 2018, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/555681/umfrage/ausgaben-fuer-content-marketing-in-europa/.

Bereits im Jahr 2016 wurde eine europaweite Schätzung durchgeführt um die Ausgaben für Content Marketing Maßnahmen, im Jahr 2014 zu evaluieren.  Außerdem wurde eine Prognose angegeben, wie hoch sich die Ausgaben im Jahr 2020 verändern werden. So wurden in Deutschland im Jahr 2014, ca. 96 Millionen Euro für Content Marketing Maßnahmen ausgegeben, für das Jahr 2020 werden hingegen 413 Millionen Euro prognostiziert – eine Steigerung von ca. 330%.

Fazit

Content Marketing wird in den nächsten Jahren definitiv einen integralen Bestandteil der Kommunikationsstrategie vieler Unternehmen darstellen. Ob dieses Format jedoch die klassische Werbung ablöst ist gar nicht abwegig –  schließlich unternehmen bereits viele Nutzer Maßnahmen in Form von AdBlockern, um sich vor lästiger Online-Werbung zu schützen. Auch große Konzerne wie der Suchmaschinen-Gigant Google, hat bekanntgegeben seine zukünftigen Android-Smartphones mit einem vorinstallierten Adblocker für den Webbrowser Google Chrome auszustatten. Wir können also bereits jetzt eine immer stärker schwindende Relevanz von klassischer Werbung wahrnehmen..

Quelle: PR-Journal, Heise